Archiv für Juli 2010

Freitag, 30. Juli 2010

Chrissie MacDonald – Papierwelten

Ich habe heute nicht viel Zeit, möchte aber trotzdem mit Euch die Arbeiten von Chrissie MacDonald teilen. Sie ist eine englische Designerin, die ganze Sets bis ins kleinste Detail aus Papier baut. Sogar die Kaffeeflecken sind aus Papier. Tassen, Spiegel, Fotoapparate, Buchstaben und Lippenstifte – es scheint nichts zu geben, dass Chrissie nicht akkurat aus Papier dreidimensional nachbauen kann. Ich bewundere ihre Arbeiten – aber vor allem ihre Geduld. Ich wünsche Euch ein schönes Wochenende!

Chrissie MacDonalds Homepage

chrissiemacdonald Chrissie MacDonald – Papierwelten

bilder via koikoikoi

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Dienstag, 27. Juli 2010

Bücher sinnvoll recyceln – Mike Stilkeys Buch Skulpturen

Von klein auf wurde mir beigebracht, sorgsam mit Büchern umzugehen. Sich die Hände zu waschen, bevor man anfängt zu lesen, ein Lesezeichen zu benutzen, anstatt Eselsohren zu hinterlassen. Manche Hardcoverbücher habe ich als Kind und Teenager sogar noch mit einem extra Papiereinband versehen, um das Original nicht zu beschädigen. Taschenbücher mochte ich nicht. Heute bin ich etwas entspannter, kaufe mir aber immer noch lieber Bücher als sie zu leihen und weggeben kommt für mich nicht infrage.

Ich finde es schrecklich, wie unachtsam manchen Menschen mit Büchern umgehen und im schlimmsten Fall einfach wegwerfen. Vor allem alte Bücher, schließlich erzählen nicht nur die geschriebenen Worte eine Geschichte. Wahrscheinlich ist das einer der Gründe, wieso ich das Projekt von Mike Stilkey aus Kalifornien so liebe und faszinierend finde. Mike hat einige Bibliotheken und Buchläden abgeklappert, um aus deren Müllcontainern fast 5.000 Bücher zu retten. In einer Galerie hat er sie nach Größe sortiert, die Umschläge entfernt, in verschiedenen Stapeln aneinandergeschraubt und letztendlich mit Acrylfarben, Buntstiften und Lackfarben bemalt.

Beim Bemalen arbeitet Mike freihand, ohne Overhead-Projektor lässt er sich eher von seiner Intuition leiten. Er selbst sagt, dass dadurch seine Arbeiten mehr Leben erhalten. Die Bilder erinnern an den Expressionismus, wobei mich die Figuren aus irgend einen Grund an die Puppen aus Tim Burtons „Corpse Bride – Hochzeit mit einer Leiche“ erinnern. Liegt vielleicht an der Farbgebung. Auch wenn ich die Ausstellung nicht live sehen konnte, bin ich schon allein von den Bildern und der kleinen YouTube-Dokumentation begeistert (siehe Video unten). Ich behalte die zukünftigen Projekte von Mike Stilkey im Auge. Vielleicht habe ich ja mal Glück und kann irgendwann eine Galerie mit seinen Werken besuchen … und vielleicht gibt dieses Projekt  ja den Anstoß, alle ausrangierten Bücher auf diesen Wege in Rente zu schicken – würde mir gefallen.

Interview mit Mike Stilkey • Mike Stilkeys Homepage

stilkey Bücher sinnvoll recyceln – Mike Stilkeys Buch Skulpturenalle Bilder von Mike Stilkey

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Montag, 26. Juli 2010

Grafikdesignerin Marian Bantjes auf TED – Ideas worth spreading

Einen sehr interessanten Vortrag der amerikanischen Grafikdesignerin Marian Bantjes über Ihre Arbeit gibt es auf dem Portal TED (siehe Video unten). Sehr inspirierenden. Ich finde Ihre Arbeiten auf ihrer Homepage genauso interessant wie die beantworteten Fragen in  “About Me”. Einige meiner Lieblingsprojekte sind  Sugar, Yale Alumni Magazine, Mandala und GQ Italia.

Es lohnt sich neben Marian Bantjes Rede auf  “TED Ideas worth spreading” umzusehen. Dort gibt es zu verschiedenen Themen Vorträge berühmter Menschen aus den jeweiligen Fachgebieten. Obwohl die Reden in Englisch sind, gibt es Freiwillige die die Vorträge übersetzen. Diese Übersetzungen werden dann als Untertitel eingeblendet.

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Freitag, 23. Juli 2010

Fantastische Siebdruck Poster

Und schon wieder Poster. Grafische Poster wie diese im Stile der 60 und 70 Jahre sieht man ja nicht mehr so häufig. Ich finde sie irgendwie erfrischend. Es gibt keine Flutüberreizung und trotzdem kann man sie sich lange ansehen. Zu bestellen gibt es die Poster für einen Preis von 25,00 bis 40,00 USD bei The Small Stakes. Der Designer Jason Munn ist wohl bekannt in der Independent Music Szene. Inspirieren lässt er sich von Songtexten oder den Bands selbst. Außer Siebdruck-Poster entwirft er auch Illustrationen, Buchcovers, Plattenhüllen und T-Shirts.

Unbedingt auf seiner Homepage vorbeischauen und alle dort veröffentlichten Poster durchklicken. Es lohnt sich – auch die bereits (leider) vergriffenen Poster sind klasse. Sein Buch, persönlich signiert mit über 150 abgedruckten Postern steht schon auf meiner Wunschliste.

thesmallstakes2 Fantastische Siebdruck Poster

aller Bilder von Jason Munn

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Donnerstag, 22. Juli 2010

Tragetasche mit Botschaft

Eine sehr schöne Idee hatte Promt Design für das Schokoladengeschäft Kokoa Hut aus Thailand. Sie haben eine interaktive Tragetasche entwickelt. Aus dem Karton der Tasche wurden viele kleine Dreiecke gestanzt, die man nach Belieben umknicken kann. Durch die quadratische Anordnung und den andersfarbigen Karton darunter kann man so „Bilder zeichnen“ oder „Nachrichten schreiben“. Somit kann man die Tasche auch gleich als Geschenkverpackung oder Glückwunschkarte weitergeben. Ich kann mir aber auch vorstellen, dass viele Frauen die Tüte als Handtaschenersatz benutzen. Ist ja irgendwie ein Fashion-Statement – oder zumindest ein Statement.

Promt Design HomepageKokoa Hut Homepage

kokoahut Tragetasche mit Botschaft

alle Bilder via packaging of the world

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Mittwoch, 21. Juli 2010

Skulpturen aus Papier

Als ich die Skulpturen von Jeff Nishinaka entdeckt habe, musste ich schon zwei Mal hinsehen, um sicher zu sein, dass sie wirklich aus Papier sind. Ich finde sie umwerfend und würde sie gerne mal live sehen. Jeff beschäftigt sich mit dem Material Papier schon seit 28 Jahren und ich möchte sagen, er hat den Umgang damit perfektioniert. Er arbeitet für große Kunden wie Bloomingdale’s, Visa, Paramount Pictures und Mattel, setzt aber auch reine Kunstobjekte um.  Es lohnt sich, einmal auf seiner Seite vorbeizuschauen. Mal sehen, was ich in 28 Jahren mache.

Nishinaka2 Skulpturen aus Papier
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alle Bilder von Jeff Nishinaka

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Dienstag, 20. Juli 2010

Dirt Poster – die Lizenz zum Hände schmutzig machen

Während meiner Schulzeit habe ich immer montags eine Kindergruppe im Alter von 5-9 Jahren betreut. Meistens wurde gebastelt. Irgendwann dachte ich mir, es wäre eine tolle Idee mit Fingerfarben zu malen – schließlich dürfen das viele Kinder zu Hause nicht. Die Kinder waren jedoch nicht so begeistert, wie ich mir das vorgestellt hatte. Sie haben mit der Begründung „das wäre nur etwas für Kindergarten-Babys“ gestreikt. Als ich Ihnen dann erklärt habe, ich würde auch ohne sie malen, ließen sie sich schließlich auf den Spass ein. Damals war ich 18 oder 19. Jetzt, 10 Jahre später freue ich mich, „Fingerfarbenmalen“ auf hohem Niveau entdeckt zu haben.

Roland Reiner Tiangco hat dieses „Dirt Poster“ designt. Das Poster ist auf der Rückseite mit einer Farbschicht bedeckt, mit der man über die Vorderseite „malen“ muss, um eine versteckte Botschaft sichtbar zu machen. Eine sehr außergewöhnliche aber auf jeden Fall spannende Idee. Erlebbare Kunst sozusagen. Ich frage mich nur ob die Kinder aus meiner Gruppe, die ja jetzt auch schon Teenager sind, das ausprobieren würden, oder ob sie sich dazu zu erwachsen finden.

Tiangcos Homepage Tiangcos Blog

tiangco1 Dirt Poster – die Lizenz zum Hände schmutzig machen

Bilder via the sub-studio design blog

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Montag, 19. Juli 2010

Gut gewickelt …

Diese puristischen Karten haben meine Aufmerksamkeit schon vor ein paar Wochen geweckt. Dann landete der Link wie so viele andere in einen Ordner und rieht in Vergessenheit. Heute, beim Sortieren bin ich wieder darüber gestolpert und habe mich gleich aufs Neue verliebt. Miro Chun fertigt diese grafischen Karten, in dem sie auf gedruckte Karten Figurenoutlines aus Draht anbringt. Jede Karte ist mit viel Liebe handgemacht. Inspiriert wird sie von den Künstlern Joan Miró und Alexander Calder.

drahtkarten Gut gewickelt ...

alle Bilder von Miro Chun

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Mittwoch, 14. Juli 2010

Novorama – alles frei erfunden

Manchmal vermisse ich den Agenturalltag schon. Allen voran meine netten Kollegen. Da hatte ich nämlich Glück. Ich durfte in einem tollen Team arbeiten. Natürlich gab es neben der Kreativarbeit auch Zeit für private Gespräche. Mit Anette Hrubesch, der freien Texterin in der Bürogemeinschaft ging es schon mal um das Thema „Wenn ich nicht täte was ich tue dann würde ich …“ (sie könnte es sicher galanter ausdrücken). Anette wollte parallel zum Texterdasein gerne einen kleinen Laden führen. Ich wollte mich auf Einladungen spezialisieren. Schön, dass es jetzt einige Jahre später für uns beide geklappt hat. Zwar hat Anette keinen Laden, den braucht sie auch gar nicht – schließlich hat sie Karin Etzold. Karin ist eine großartige freie Grafikerin, mit der ich zu Agenturzeiten auch schon das eine oder andere Projekt umsetzen durfte. Zusammen entwickeln die beiden unter dem Namen novorama ihre eigenen Produkte und vertreiben sie über das Internet und Designerläden. Dinge, auf die man selbst nicht kommt. Wenn man sie jedoch sieht, zu dem Entschluss kommt, sie eigentlich schon immer vermisst zu haben.

Eigener Online-Shop • bei DaWanda • auf Facebook

Ich finde es jedenfalls ziemlich cool, dass Anette und Karin mit novorama ihr ganz eigenes Ding durchziehen und freue mich, dass die beiden sich die Zeit genommen haben, mir ein paar Fragen zu beantworten.

Auf den ersten Blick macht ihr ziemlich verschiedene Sachen. Gibt’s da eine gedankliche Klammer? Alle unsere Produkte – die wir übrigens Novitäten nennen – sollen Alltagsprobleme mit einem Augenzwinkern lösen. Was ein Problem ist, legen wir dabei zugegeben auch mal unkonventionell aus. Zum Beispiel unsere verbalattacke! Deeskalationskarten. Damit kann man niveauvoll Falschparker beschimpfen, und hat damit eine Lösung für das Problem, dass man im Moment des Ärgers für selbigen kein Ventil hat; Hinter allen Ideen steckt aber immer der durchaus ernst gemeinte Anspruch, ein bisschen mehr zu bieten, als bloßes Accessoire.

Wie kommt Ihr auf Eure Ideen? Wir gehen ins Schmock, unsere Lieblingsbar direkt gegenüber unseres Büros; dazu 2x Damengedeck spezial (= Currywurst mit Wedges und Bier) und als Beilage die unverzichtbar blöden Sprüche unseres Lieblingsbarkeepers („DAS wollt ihr verkaufen!?“). Die restlichen 95% sind richtige Arbeit, sowohl konzeptionell als auch in der Umsetzung.

Und was ist momentan in Euren Köpfen? Chaos und Weihnachten. Wir sind nämlich Ende August auf der tendence 2010 in Frankfurt, das ist eine der größten Ordermessen für Einkäufer aus den Bereichen „Giving und Living“ (ja, das heißt wirklich so), und die decken sich bei 30 Grad im Schatten am liebsten mit Weihnachtsneuheiten ein.

Habt Ihr Material-Vorlieben? Die meisten unserer Sachen sind im weiteren Sinne aus bedruckbaren Materialien, allem voran Papier in seinen zig Variationen. Wir sind aber nicht auf eine bestimmte Richtung fest gelegt.  Die Duschnotiz zum Beispiel ist eine Adhäsionsfolie, die siebbedruckt ist.

Woran orientiert Ihr Euch bei der Gestaltung? Wir wollen uns einerseits von diesen sehr zeitgenössisch-puristischen, kühlen und architektonischen Stilen abgrenzen. Schnörkelig, kuschelweich oder Richtung Vintage sind wir aber auch nicht. Gerade diesen weicheren Styles begegnen einem bei kleineren Labels mit DIY-Charakter recht häufig. Hier wollen wir, mit einem guten Schuss Selbstironie, mit einem kantigeren Profil dagegenhalten.

Seid Ihr dann urban, oder lifestylig, oder trendig? Ach, diese Attribute sind immer Schubladen und damit wenig hilfreich. Am Ende zählt nur, ob man es schafft, den Geschmack seiner eigenen Zielgruppen zu treffen und für das begeistern zu können, was man sich ausgedacht hat. Genau da wollen wir hin.

Wie wichtig ist für Euch Design im Alltag? Es fördert die Kreativität, wenn man sich mit Dingen umgibt, die im schöpferischen Sinne wertvoll sind. Das kann die Postkarte mit sensationeller Illustration im Kartoffeldruck genauso sein wie der Tisch aus Beton. Klugen, schönen, amüsanten Dingen, die nicht von der Stange sind, bringt man mehr Respekt entgegen und irgendwie fühlt man sich auch gleich selbst ein bisschen respektabler.

Euer Tipp für Design-Inspirationen? Geht in den Baumarkt! Die unzähligen Schrauben, Haken und merkwürdigen Ösen inspirieren z.B. zu unorthodoxen Schließmechanismen und Verpackungen.

novorama Novorama – alles frei erfunden

alle Bilder von novorama (dort gibt es auch noch mehr zu sehen)

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Mittwoch, 14. Juli 2010

Teatro la Fenice

Ein sehr stimmiges Corporate Design für ein Theater. Kevin Cantrell hat dies in Eigeninitiative während der Uni-Zeit umgesetzt. Die verschiedenen Farben und Embleme stehen für die Elemente Feuer, Luft, Wasser, Erde und Spirit und repräsentieren gleichzeitig die verschiedenen Theatersaisons. An hoher Qualität und Druckveredelungen fehlt es nicht. Ich glaube Prägungen, Heißfolienprägungen und echten Büttenpapier erkennen zu können. Gesehen habe ich diese CD bei graphic-exchange. Wenn man sich für Grafik interessiert, lohnt sich übrigens immer dort vorbeizuschauen.

Kevin Cantrells Homepage

kevincantrell3 Teatro la Fenice

Bilder via graphic-exchange

pixel Teatro la Fenice
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